Es gibt eine unbequeme Wahrheit über Sportwetten, die in der Begeisterung für Quoten, Strategien und Gewinnchancen oft untergeht: Für einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Teil der Menschen wird das Wetten zum Problem. Was als harmlose Freizeitbeschäftigung beginnt, kann sich schleichend in eine Abhängigkeit verwandeln, die Finanzen ruiniert, Beziehungen zerstört und die psychische Gesundheit schwer belastet. Die Schweiz hat diese Realität früher und konsequenter erkannt als viele andere Länder und einen Spielerschutz etabliert, der international als vorbildlich gilt.
Dieser Artikel richtet sich nicht nur an Menschen, die bereits ein Problem vermuten. Er richtet sich an jeden Wettfreund, der das Wetten langfristig als das geniessen möchte, was es sein sollte: eine spannende Form der Unterhaltung, die das Sporterlebnis bereichert, ohne das Leben zu überschatten. Denn verantwortungsvolles Wetten beginnt nicht erst dann, wenn Probleme auftreten. Es beginnt mit dem Wissen um die Risiken und den bewussten Massnahmen, die jeder ergreifen kann, um diese Risiken zu minimieren.
In den folgenden Abschnitten beleuchten wir das Schweizer Spielerschutzsystem in all seinen Facetten. Wir erklären, warum die Eidgenossenschaft einen strengeren Ansatz verfolgt als die meisten Nachbarländer, wie problematisches Spielverhalten erkannt werden kann, welche Schutzmassnahmen bei den legalen Anbietern zur Verfügung stehen und wohin sich Betroffene und Angehörige wenden können. Am Ende geben wir praktische Tipps für ein nachhaltiges Wettvergnügen, die jedem helfen können, das richtige Mass zu finden.
Spielerschutz als Grundpfeiler des Schweizer Geldspielgesetzes

Der Spielerschutz ist in der Schweiz nicht einfach eine regulatorische Pflicht unter vielen. Er ist einer der erklärten Hauptzwecke des gesamten Geldspielgesetzes, das am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Artikel 2 des Bundesgesetzes über Geldspiele nennt den Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren der Geldspiele an erster Stelle, noch vor der Sicherstellung der ordnungsgemässen Durchführung und der Verwendung der Erträge für gemeinnützige Zwecke. Diese Priorisierung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Entscheidung, die in der Volksabstimmung vom Juni 2018 mit 73 Prozent Zustimmung bestätigt wurde.
Die verfassungsmässige Verankerung des Spielerschutzes reicht sogar weiter zurück. Bereits Artikel 106 der Bundesverfassung, der 1993 eingeführt wurde, legt fest, dass der Bund Vorschriften über die Geldspiele erlässt und dabei den Anliegen der Kantone Rechnung trägt. Der Gesetzgeber hat diesen Auftrag im Geldspielgesetz ausführlich konkretisiert und ein mehrschichtiges Schutzsystem geschaffen, das präventive, intervenierende und rehabilitative Elemente umfasst. Dieses System unterscheidet die Schweiz von Ländern, in denen der Spielerschutz eher als Nebenaspekt behandelt wird und die Liberalisierung des Marktes im Vordergrund steht.
Der Schweizer Ansatz folgt einer klaren Philosophie: Es ist besser, Spielsucht zu verhindern, als sie später zu behandeln. Prävention steht im Zentrum, und diese Prävention beginnt bereits bei der Angebotsgestaltung. Die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa überwacht nicht nur die Anbieter, sondern gestaltet aktiv die Rahmenbedingungen, unter denen Wetten angeboten werden dürfen. Das Verbot bestimmter Wettmärkte mit hohem Manipulations- oder Suchtpotenzial, die Einschränkungen bei der Werbung und die strengen Anforderungen an die Identifikation der Spieler sind Teil dieser präventiven Strategie. Der Gedanke dahinter ist einfach: Je weniger Gelegenheiten zum problematischen Spielen bestehen, desto weniger Menschen werden ein Problem entwickeln.
Die Spielsuchtabgabe ist ein zentrales Element der Schweizer Finanzierung von Präventions- und Behandlungsmassnahmen. Alle Anbieter von Grossspielen, also auch Sporttip und Jouez Sport, müssen einen Teil ihrer Bruttospielerträge für Spielerschutzmassnahmen abführen. Diese Gelder fliessen in die kantonalen Suchtpräventionsprogramme, in Forschungsprojekte und in die Finanzierung von Beratungsstellen. Das System stellt sicher, dass diejenigen, die vom Glücksspiel profitieren, auch für die Bewältigung seiner negativen Folgen aufkommen. Im Jahr 2024 wurden schweizweit mehrere Millionen Franken aus dieser Abgabe für Präventions- und Behandlungsprogramme verwendet.
Der Schweizer Balanceakt zwischen Prävention und Repression verdient besondere Beachtung. Anders als Länder, die auf strikte Verbote setzen, hat die Schweiz erkannt, dass ein vollständiges Verbot von Sportwetten unrealistisch ist und lediglich den Schwarzmarkt fördern würde. Stattdessen verfolgt man einen Ansatz der kontrollierten Kanalisierung: Legale Angebote werden bereitgestellt, aber unter strengen Auflagen, die das Suchtpotenzial minimieren sollen. Diese Strategie akzeptiert, dass Menschen wetten werden, und versucht, dies unter möglichst sicheren Bedingungen zu ermöglichen. Kritiker bemängeln, dass dieser Ansatz nicht weit genug geht, während Befürworter argumentieren, dass er den Realitäten des menschlichen Verhaltens Rechnung trägt.
Erkennungsmerkmale von problematischem Spielverhalten

Die Grenze zwischen harmlosem Freizeitwetten und problematischem Spielverhalten ist fliessend, und genau das macht das Thema so heikel. Niemand beginnt eine Wettkarriere mit dem Vorsatz, süchtig zu werden. Die Entwicklung verläuft schleichend, oft über Monate oder Jahre, und die Betroffenen merken häufig erst spät, dass etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Das Erkennen der Warnsignale ist daher entscheidend, sowohl für potenzielle Betroffene selbst als auch für deren Umfeld.
Ein erstes Warnsignal ist die zunehmende gedankliche Beschäftigung mit dem Wetten. Wenn Sie feststellen, dass Sie auch ausserhalb der Wettaktivität ständig an Quoten, Tipps und mögliche Gewinne denken, könnte dies ein Hinweis sein. Gelegentliche Wettfreunde denken an ihre Wetten, wenn ein relevantes Spiel ansteht, und vergessen das Thema dazwischen. Problematische Spieler hingegen kreisen gedanklich permanent um das Wetten, planen die nächsten Einsätze und analysieren vergangene Wetten obsessiv.
Die Erhöhung der Einsätze ist ein klassisches Merkmal sich entwickelnder Spielprobleme. Was mit kleinen Beträgen begann, steigert sich allmählich, weil die anfängliche Aufregung nachlässt und höhere Einsätze nötig werden, um denselben Nervenkitzel zu erzeugen. Dieses Phänomen, in der Fachsprache Toleranzentwicklung genannt, kennt man auch von anderen Suchtformen. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Einsätze über die Zeit deutlich gestiegen sind, ohne dass sich Ihre finanzielle Situation entsprechend verbessert hat, sollten Sie aufhorchen.
Das Jagen von Verlusten ist vielleicht das gefährlichste Muster im problematischen Spielverhalten. Gemeint ist die Tendenz, nach Verlusten sofort weitere Wetten zu platzieren, um das verlorene Geld zurückzugewinnen. Dieses Verhalten führt fast immer zu noch grösseren Verlusten, da Entscheidungen unter dem Einfluss von Frustration und Verzweiflung getroffen werden. Der rationale Wettfreund akzeptiert Verluste als Teil des Spiels und hält sich an sein vorher festgelegtes Budget. Der problematische Spieler hingegen kann nicht aufhören, bis das Geld zurückgewonnen ist, was in den seltensten Fällen gelingt.
Weitere Warnsignale umfassen das Lügen gegenüber Familie und Freunden über das Ausmass des Wettens, das Vernachlässigen von Pflichten und Beziehungen zugunsten des Wettens, das Ausleihen von Geld oder Verkaufen von Besitztümern, um weiter wetten zu können, sowie erfolglose Versuche, das Wetten einzuschränken oder aufzuhören. Auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Appetitveränderungen oder Nervosität, wenn nicht gewettet werden kann, können auf ein Problem hindeuten.
Der Unterschied zwischen Freizeitwetten und problematischem Spielen liegt nicht primär in der Häufigkeit oder der Höhe der Einsätze, sondern in der Kontrolle und den Auswirkungen. Ein Freizeitwetter setzt Beträge, deren Verlust er verschmerzen kann, hält sich an selbst gesetzte Grenzen und kann problemlos aufhören, wenn er möchte. Sein Wetten beeinträchtigt weder seine Finanzen noch seine Beziehungen oder seine Arbeit. Ein problematischer Spieler hingegen hat die Kontrolle verloren. Er wettet mehr, als er sich leisten kann, kann nicht aufhören, obwohl er es versucht, und sein Spielverhalten wirkt sich negativ auf andere Lebensbereiche aus.
Die Auswirkungen problematischen Spielverhaltens reichen weit über finanzielle Verluste hinaus, obwohl diese oft am offensichtlichsten sind. Beziehungen leiden, wenn Vertrauen durch Lügen und finanzielle Probleme zerstört wird. Die Arbeitsleistung sinkt, wenn Gedanken ständig um das Wetten kreisen. Die psychische Gesundheit verschlechtert sich durch Stress, Schuldgefühle und Scham. In schweren Fällen kann Spielsucht zu Depressionen, Angstzuständen und sogar Suizidgedanken führen. Die Schweizer Präventionskampagnen betonen diese Zusammenhänge, um das Bewusstsein für die ernsthaften Folgen zu schärfen.
Selbstschutz-Massnahmen bei Sporttip und Jouez Sport

Die legalen Schweizer Wettanbieter sind gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden wirksame Instrumente zum Selbstschutz anzubieten. Diese Pflicht unterscheidet sie fundamental von vielen ausländischen Anbietern, bei denen Spielerschutz oft nur auf dem Papier existiert. Sporttip und Jouez Sport haben umfassende Systeme implementiert, die es jedem Spieler ermöglichen, sein Wettverhalten aktiv zu kontrollieren.
Das Setzen von Einzahlungslimits ist die grundlegendste Schutzmassnahme und sollte von jedem Wettfreund genutzt werden, unabhängig davon, ob ein Problemverdacht besteht oder nicht. Bei der Kontoeröffnung werden Sie aufgefordert, ein tägliches, wöchentliches oder monatliches Einzahlungslimit festzulegen. Dieses Limit bestimmt, wie viel Geld Sie maximal auf Ihr Wettkonto einzahlen können. Sobald das Limit erreicht ist, sind weitere Einzahlungen bis zum nächsten Zeitraum nicht möglich. Die Senkung eines Limits wird sofort wirksam, während eine Erhöhung erst nach einer Wartefrist von mindestens 24 Stunden aktiv wird. Diese asymmetrische Regelung verhindert impulsive Entscheidungen in Momenten der Spiellust.
Verlustlimits ergänzen die Einzahlungslimits und bieten eine zusätzliche Sicherheitsebene. Während Einzahlungslimits kontrollieren, wie viel Geld auf das Konto fliesst, begrenzen Verlustlimits, wie viel davon tatsächlich verloren werden kann. Wenn Sie beispielsweise ein monatliches Verlustlimit von 200 Franken festlegen und diesen Betrag verlieren, können Sie bis zum Monatsende keine weiteren Wetten platzieren, auch wenn noch Guthaben auf dem Konto ist. Diese Funktion schützt vor dem gefährlichen Muster des Verlusten-Jagens.
Zeitlimits für Spielsitzungen sind ein weiteres nützliches Werkzeug, das bei den Schweizer Anbietern verfügbar ist. Sie können festlegen, wie lange Sie pro Tag oder pro Sitzung wetten möchten. Nach Ablauf dieser Zeit werden Sie automatisch ausgeloggt und können sich erst nach einer Pause wieder anmelden. Diese Funktion hilft, das Zeitgefühl zu bewahren, das beim konzentrierten Wetten leicht verloren geht. Stunden können wie Minuten vergehen, wenn man in die Welt der Quoten und Livewetten eingetaucht ist.
Die Selbstsperre ist das schärfste Schwert im Arsenal des Spielerschutzes und wird eingesetzt, wenn andere Massnahmen nicht ausreichen. Bei Sporttip und Jouez Sport können Sie sich selbst vom Spielbetrieb ausschliessen, entweder temporär für einen bestimmten Zeitraum oder dauerhaft. Eine temporäre Sperre kann für Wochen, Monate oder Jahre festgelegt werden und ist während dieser Zeit unwiderruflich. Sie können nicht einfach anrufen und die Sperre aufheben lassen, auch nicht unter Tränen oder mit guten Argumenten. Eine dauerhafte Sperre gilt auf Lebenszeit und kann nur unter sehr strengen Bedingungen und nach eingehender Prüfung wieder aufgehoben werden. Die Hürden für die Aufhebung sind bewusst hoch gesetzt.
Eine Besonderheit des Schweizer Systems ist die anbieterübergreifende Wirkung von Sperren. Wer sich bei Sporttip sperren lässt, wird automatisch auch bei Jouez Sport und in den Online-Casinos der konzessionierten Spielbanken gesperrt. Die zentrale Sperrdatenbank stellt sicher, dass problematische Spieler nicht einfach zum nächsten Anbieter wechseln können. Diese Vernetzung ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Ländern, in denen jeder Anbieter sein eigenes Süppchen kocht und Sperren leicht umgangen werden können.
Die Anbieter sind zudem verpflichtet, problematisches Spielverhalten aktiv zu erkennen und darauf zu reagieren. Spezialisierte Algorithmen analysieren das Spielverhalten aller Kunden und identifizieren Muster, die auf Probleme hindeuten könnten. Wenn solche Muster erkannt werden, werden die betroffenen Spieler kontaktiert und auf Hilfsangebote hingewiesen. In gravierenden Fällen kann der Anbieter auch ohne Zustimmung des Spielers Schutzmassnahmen ergreifen, etwa durch die Einschränkung der Spielmöglichkeiten oder durch eine Zwangssperre. Diese proaktive Überwachung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird von den Aufsichtsbehörden kontrolliert.
Hilfsangebote und Beratungsstellen in der Schweiz

Wenn das Wetten zum Problem geworden ist, steht in der Schweiz ein dichtes Netz an Hilfsangeboten zur Verfügung. Niemand muss mit einer Spielsucht allein fertig werden, und die Inanspruchnahme von Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Die frühzeitige Intervention verbessert die Prognose erheblich, weshalb es wichtig ist, bei ersten Anzeichen von Problemen nicht zu zögern.
Die kantonalen Suchtberatungsstellen sind oft die erste Anlaufstelle für Menschen mit Spielproblemen. In jedem Kanton gibt es spezialisierte Fachstellen, die Beratung und Behandlung anbieten, häufig kostenlos oder zu stark reduzierten Kosten. Die Mitarbeiter sind geschult im Umgang mit Spielsucht und bieten vertrauliche Gespräche an, in denen die individuelle Situation analysiert und ein Behandlungsplan entwickelt wird. Die Beratung kann ambulant erfolgen, mit regelmässigen Terminen über einen längeren Zeitraum, oder stationär in spezialisierten Kliniken bei schweren Fällen.
Die nationale Anlaufstelle für Spielsuchtfragen ist über die Telefonnummer 0800 040 080 erreichbar. Dieser Dienst ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr verfügbar. Geschulte Berater beantworten Fragen, bieten erste Orientierung und vermitteln bei Bedarf an lokale Fachstellen weiter. Für Menschen, die noch unsicher sind, ob sie überhaupt ein Problem haben, ist dieser niederschwellige Zugang besonders wertvoll. Ein Anruf verpflichtet zu nichts und kann der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung sein.
Online-Beratungsangebote haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und sind besonders für Menschen attraktiv, die den direkten Kontakt scheuen. Plattformen wie SafeZone.ch bieten anonyme Beratung per Chat oder E-Mail an. Die Hemmschwelle, ein Problem einzugestehen, ist online oft niedriger als im persönlichen Gespräch. Auch Selbsthilfetools und Informationsmaterialien sind online verfügbar und können helfen, das eigene Verhalten einzuordnen und erste Schritte zur Veränderung zu unternehmen.
Selbsthilfegruppen bieten einen Rahmen, in dem Betroffene sich mit anderen austauschen können, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Wissen, nicht allein zu sein, und die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen, sind unschätzbar wertvoll. In der Schweiz gibt es regionale Selbsthilfegruppen, die sich regelmässig treffen. Die Anonymen Spieler, angelehnt an das Konzept der Anonymen Alkoholiker, sind international organisiert und auch in der Schweiz vertreten. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.
Auch für Angehörige von Menschen mit Spielproblemen gibt es Unterstützung. Die Belastung für Partner, Eltern, Kinder oder Freunde eines spielsüchtigen Menschen ist enorm. Sie leiden unter den finanziellen Folgen, der emotionalen Distanz, den Lügen und der ständigen Sorge. Spezialisierte Beratungsangebote helfen Angehörigen, mit dieser Situation umzugehen, Grenzen zu setzen und die eigene psychische Gesundheit zu schützen. Denn eines ist klar: Nur wer selbst stabil ist, kann einem suchtkranken Menschen wirklich helfen.
Die Finanzierung dieser Hilfsangebote erfolgt zum grossen Teil aus den bereits erwähnten Spielsuchtabgaben der Anbieter sowie aus kantonalen Mitteln. Das System ist so konzipiert, dass die Kosten der Spielsucht von denjenigen getragen werden, die vom Glücksspiel profitieren. Für die Betroffenen bedeutet das: Die Hilfe ist da, sie ist professionell, und sie kostet in den meisten Fällen nichts oder nur wenig. Es gibt keine Ausrede, sie nicht in Anspruch zu nehmen.
Praktische Tipps für nachhaltiges Wettvergnügen

Verantwortungsvolles Wetten ist kein abstraktes Konzept, sondern eine Sammlung konkreter Verhaltensweisen, die jeder Wettfreund in seinen Alltag integrieren kann. Diese Tipps sind keine Garantie gegen Spielprobleme, aber sie reduzieren das Risiko erheblich und tragen dazu bei, dass das Wetten das bleibt, was es sein sollte: eine Form der Unterhaltung.
Die wichtigste Grundregel lautet: Betrachten Sie Wetten als Unterhaltung, nicht als Einkommensquelle. Wer wettet, um Geld zu verdienen, hat bereits den ersten Schritt in die falsche Richtung getan. Die Buchmacher haben einen strukturellen Vorteil, der sicherstellt, dass sie langfristig immer gewinnen. Einzelne Spieler können Glück haben und kurzfristig profitieren, aber die Mathematik arbeitet gegen sie. Wer dies akzeptiert und Wetten als kostenpflichtiges Hobby betrachtet, ähnlich wie einen Kinobesuch oder ein Konzertticket, hat die richtige Einstellung.
Setzen Sie sich klare Budgetgrenzen und halten Sie diese ein. Bevor Sie auch nur eine einzige Wette platzieren, sollten Sie festlegen, wie viel Geld Sie bereit sind, für das Wetten auszugeben. Dieser Betrag sollte so bemessen sein, dass sein Verlust Ihre finanzielle Situation nicht beeinträchtigt. Er sollte aus dem Unterhaltungsbudget kommen, nicht aus dem Geld für Miete, Lebensmittel oder andere notwendige Ausgaben. Sobald das Budget aufgebraucht ist, ist Schluss, ohne Ausnahmen und ohne Verhandlungen mit sich selbst.
Wetten Sie niemals mit geliehenem Geld. Diese Regel ist absolut und kennt keine Ausnahmen. Wer Geld leiht, um zu wetten, hat bereits die Kontrolle verloren. Auch Kreditkarten sollten nicht für Einzahlungen auf Wettkonten verwendet werden, da die zeitliche Entkoppelung von Ausgabe und Bezahlung das Gefühl für die tatsächlichen Kosten verzerrt. Bei Sporttip ist die Einzahlung per Kreditkarte ohnehin nicht möglich, was als Schutzmassnahme zu verstehen ist.
Legen Sie im Voraus fest, wann und wie lange Sie wetten. Spontanes Wetten, etwa nach ein paar Bieren am Samstagabend, führt selten zu guten Entscheidungen. Planen Sie Ihre Wettsessions wie jeden anderen Freizeitaktivität: bewusst, zeitlich begrenzt und nüchtern. Setzen Sie sich einen Wecker oder nutzen Sie die Zeitlimit-Funktionen der Anbieter, um sicherzustellen, dass Sie nicht die Zeit vergessen.
Jagen Sie niemals Verlusten nach. Wenn Sie eine Wette verlieren, ist das Geld weg. Der Versuch, es durch weitere Wetten zurückzugewinnen, führt in den meisten Fällen zu noch grösseren Verlusten. Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Spiels und widerstehen Sie dem Impuls, sofort die nächste Wette zu platzieren. Wenn Sie merken, dass Sie nach einem Verlust unbedingt weiterspielen wollen, ist das ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten.
Machen Sie regelmässig Pausen vom Wetten. Auch wenn noch kein Problem erkennbar ist, tut es gut, ab und zu eine Woche oder einen Monat komplett auf Wetten zu verzichten. Diese Pausen helfen, das Verhältnis zum Wetten zu überprüfen und zu erkennen, ob sich Gewohnheiten eingeschlichen haben, die nicht gesund sind. Wenn Sie feststellen, dass Ihnen eine Pause schwerfällt oder dass Sie ständig an das Wetten denken, ist das ein Hinweis darauf, dass Sie Ihr Verhalten überdenken sollten.
Sprechen Sie offen über Ihr Wettverhalten. Das Tabuisieren von Glücksspiel fördert problematisches Verhalten, weil es die soziale Kontrolle ausschaltet. Wenn Ihre Familie oder Ihre Freunde wissen, dass Sie wetten, können sie Sie auf Veränderungen aufmerksam machen, die Ihnen selbst nicht auffallen. Offenheit schafft auch Verantwortlichkeit: Es ist schwieriger, heimlich das Budget zu überschreiten, wenn jemand mitschaut.
Zu guter Letzt: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen, wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Die Fachleute in den Beratungsstellen sind nicht dazu da, Sie zu verurteilen, sondern Ihnen zu helfen. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Aussichten. Eine Spielsucht im Frühstadium lässt sich oft mit ambulanter Beratung bewältigen, während fortgeschrittene Fälle intensive Behandlung erfordern. Warten Sie nicht, bis alles zusammenbricht.
Das Fazit zum Spielerschutz in der Schweiz
Die Schweiz hat ein Spielerschutzsystem etabliert, das in seiner Konsequenz und Durchdachtheit international seinesgleichen sucht. Die Verankerung des Spielerschutzes als oberstes Ziel des Geldspielgesetzes, die Pflicht der Anbieter zur aktiven Prävention, die anbieterübergreifenden Sperren und das dichte Netz an Hilfsangeboten bilden ein Gesamtpaket, das den Risiken des Glücksspiels entschieden entgegentritt.
Für Schweizer Wettfreunde bedeutet das: Die Rahmenbedingungen für verantwortungsvolles Wetten sind so gut wie kaum irgendwo sonst. Die Werkzeuge zum Selbstschutz stehen bereit und sind einfach zu nutzen. Die Hilfsangebote für den Fall, dass etwas schiefgeht, sind professionell und zugänglich. Was bleibt, ist die persönliche Verantwortung, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.
Denn am Ende liegt es an jedem Einzelnen, ob das Wetten eine bereichernde Freizeitbeschäftigung bleibt oder zum Problem wird. Die besten Schutzmassnahmen nützen nichts, wenn sie ignoriert werden. Die umfassendsten Hilfsangebote helfen nicht, wenn man sich schämt, sie in Anspruch zu nehmen. Der Spielerschutz beginnt im Kopf jedes Wettfreundes, mit der Einsicht, dass Sportwetten kein Weg zum schnellen Geld sind, sondern eine Form der Unterhaltung, die wie jede andere in Massen genossen werden sollte.
Wer diese Haltung verinnerlicht, die angebotenen Schutzmassnahmen nutzt und bei ersten Anzeichen von Problemen nicht zögert, Hilfe zu suchen, kann das Wetten langfristig geniessen. Ohne schlechtes Gewissen, ohne finanzielle Sorgen und ohne die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Das ist das Ziel des Schweizer Spielerschutzes, und es ist ein Ziel, das jeder Wettfreund für sich selbst anstreben sollte.